5 Jahre Romy-Yoga Potsdam /Ein Rückblick

 

Es ist ein kleines Jubiläum und trotzdem hört sich diese 5 schon irgendwie groß an. Denn es waren 5 intensive Jahre, in denen ich das Baby „Romy- Yoga“ geboren und großgezogen habe, und es wächst und gedeiht, bereitet mir viel Freude und macht auch viel schöne Arbeit. Es ist ein lebendiges Baby und wird hoffentlich nie so richtig erwachsen, aber mal sehen.

Im Januar 2013 schloss ich meine 2-jährige Ausbildung bei Yoga Vidya in Bremen ab und war sehr froh sofort danach in das Mutterland des Yoga,  Indien, reisen zu dürfen. Das war so ein großes Geschenk und ich und meine Familie genossen die 2 Monate dort sehr

Bunt, laut, dreckig, lecker, chaotisch, mystisch und so viel mehr hält Indien bereit.

Nach 2 weiteren Monaten auf Bali und Lombok fing ein neues Leben in Potsdam an und ich hatte weder einen Job, noch kannte ich andere Yogalehrer oder –schulen.

Nachdem  die Anfangsaufregung verebbt war, suchte ich nach Räumen und Möglichkeiten, hörte mich um und fand schließlich gegenüber unserer Wohnung die Hebammenpraxis des Josefs Krankenhauses im November 2013.

Ich fragte eine Yogalehrerin, die dort unterrichtete, ob sie mir was raten könnte…sie meinte sowas wie: „Viel Glück, in Potsdam scheint es mehr Yogalehrer als Teilnehmer zu geben und jede Woche werden es mehr.“ …okay…klang vielversprechend…

Mit selbstgebastelter Homepage und selbst gedruckten Flyern fing ich an die Nachbarschaft zu bombardieren und lud die Leute ein, im ersten Monat umsonst bei mir zu üben. Nach der Androhung meiner Kollegin war ich froh, wenn jemand den Weg zu mir fand.

Aber es kamen ein paar und waren neugierig und ich war jedes Mal gespannt und mega-aufgeregt und (fast) völlig unerfahren. Als dann der Probemonat vorbei war, wurde es spannend für mich  – Vorweihnachtszeit, unbekannte Yogalehrerin, die auch noch Geld kostet…ob das gut geht?

 

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr alles in chronologischer Reihenfolge, aber ich weiß, dass das erste Jahr ganz schön zäh lief und ich oft mit ein oder 2 Leuten allein blieb, manchmal ging ich auch wieder nach Hause.  Und fragte mich, warum ich mir das antue.

Irgendwann kamen mehr Leute, ich bekam noch einen Kurs und dann noch einen und fing an der Uni an zu unterrichten und hatte zu Spitzenzeiten 9 Kurse in der Woche. Es machte Spaß und war auch super anstrengend, denn es war einfach die Zeit in der ich mich selber finden wollte: was für eine Yogalehrerin wollte ich sein? Welchen Stil wollte ich unterrichten, welchem Lehrer folgen oder nacheifern oder konnte ich mich trauen ganz originell zu sein?

Die Tatsache, dass ich es nicht mochte vor Leuten zu stehen und angeschaut zu werden, geschweige denn zu reden war nicht gerade hilfreich bei meiner Selbstfindung. Mehr als einmal drängte sich die Frage auf, warum ich dann nicht lieber etwas anderes mache. Mich zwang ja keiner, mein Geld mit Yogaunterricht zu verdienen.

Aber wie der kluge und weise Rumi schon sagte: „Lass dich ziehen von dem leisen Sog dessen, was du wirklich liebst.“ Und ich ließ mich ziehen, denn wie ich es auch drehte und wendete, mein Hauptinteresse lag schon lange beim Thema Gesundheit der Menschheitund das konnte ich am besten mithilfe von Yoga erfahren und vermitteln. Mein Unwohlsein vor vielen Menschen zu sprechen konnte ich so ganz nebenbei auch bearbeiten und tue es bis heuteJ.

Bis auf Ayurveda, was Yoga einfach wunderbar ergänzt, habe ich bisher keine bessere Methode zur Erhaltung und Erlangung von ganzheitlicher Gesundheit kennengelernt und suche auch nicht mehr.

 

Und habe ich inzwischen gefunden, wer ich sein will?

Ich würde sagen JA, auch wenn dieses äußere ICH in einem ständigen Prozess ist und sich täglich verändert, so dass ich einfach akzeptieren kann, wer ich heute bin und offen und neugierig bleiben möchte darauf, wer ich vielleicht morgen sein kann.

Es ist schön auf der Suche zu sein, wach zu bleiben, Veränderungen zu wagen und Dinge und Menschen und eigentlich alles zu hinterfragen. Ich probiere aus und mache Fehler, sehr oft sogar…auch das ist okay, auch dafür ist das Leben da.

Ich habe viele Yogastile und verschiedene Lehrer ausprobiert (und werde es sicher auch weiter tun) und es waren nur wenige dabei, wo ich das Gefühl hatte als eigenständiges Wesen gesehen zu werden, nicht verletzt zu werden (also vor allem körperlich) und wo Raum für eigene körperliche und geistige Kreativität gelassen wird. Durch diese Erfahrungen entwickelt sich meine eigene Vision zu unterrichten. Ich kann meinen Stil dann leider nicht mehr in eine Schublade mit dem Label Anusara/ Bikram/ Power/

Ich habe viele Yogastile und verschiedene Lehrer ausprobiert (und werde es sicher auch weiter tun) und es waren nur wenige dabei, wo ich das Gefühl hatte als eigenständiges Wesen gesehen zu werden, nicht verletzt zu werden (also vor allem körperlich) und wo Raum für eigene körperliche und geistige Kreativität gelassen wird. Durch diese Erfahrungen entwickelt sich meine eigene Vision zu unterrichten. Ich kann meinen Stil dann leider nicht mehr in eine Schublade mit dem Label Anusara/ Bikram/ Power/

Vinyasa stecken, aber diese Sortierung liegt mehr auch nicht so.

Ich möchte eine Yogalehrerin sein, die sich der Verantwortung bewusst ist, Menschen vor sich zu haben, die sehr unterschiedlich sind und die verschiedene Bedürfnisse haben.

Das Leben ist bunt und vielschichtig, wir können immer wieder Neues ausprobieren und Spaß an der Bewegung und unseren Körpern haben; dankbar dafür sein, wenn wir in Gesundheit leben dürfen und auch Krankheit wertschätzen als Lehrer und Wegweiser.

Daher ist es mir nicht wichtig ausgefallene Asanas einzunehmen und zu lehren, die zugegebenermaßen sehr fancy aussehen. Es ist mir trotzdem lieber, das Wissen um den eigenen Körper zu vermitteln, die Grenzen kennenzulernen und sie wirklich zu schätzen, auch wenn sie vielleicht flexibel und nicht starr sind.

 

Ich möchte auch die Orte der kostbaren Stille betreten, die wir alle in uns tragen und von denen wir oft nur ansatzweise ahnen, dass es sie gibt. Es ist immer so laut um uns herum, dass es schwer ist dorthin zu lauschen. Aber am Ende einer guten Yogastunde habe ich manchmal das Gefühl, dass wir alle gemeinsam an diesem Ort sind und das macht mich sehr glücklich!

 

Ausblicke

Nach einer tollen und inspirierenden Yogatherapie  Ausbildung werde ich mich im kommenden Jahr stärker dem Ayurveda widmen, Yoga-Fastenreisen anbieten und bin einfach gespannt, was mein Yoga – Leben noch alles bereit hält. Ich möchte dabei gleichermaßen die schönen Momente wie auch die Herausforderungen genießen und annehmen. Nur so ist Wachstum möglich

In tiefer Dankbarkeit

   rOMy /Mira Ma

Om Shanti Shanti Shanti